von Klaus-Peter Esser und Steffen Neiß:

Teil 5: Onboarding, Teamführung und Teamaufbau digital

Beim Integrieren neuer Mitarbeiter*innen, dem Onboarding geht es um das Erzeugen von Bindung. Hier ist zu überlegen, wie ich dies digital schaffen kann, z.B. durch die Gestaltung eines Team-Meetings, in dem der/die Neue sich vorstellt, so dass nicht nur Zahlen/Daten/Fakten von ihm rüberkommen, sondern auch Persönliches, bzw. Privates. Hier kann die Förderung der horizontalen Kommunikation viel erreichen. Der/die Neue erhält z.B. eine Liste von Personen aus der Organisation (Mitarbeiter, Stakeholder, etc…), die er anrufen darf, um sich vorzustellen, bzw. von denen er vielleicht auch Anrufe bekommt mit dem Ziel, sich besser kennenzulernen. Jeder auf der Liste ist informiert, so sind die Hürden für einen Kontakt niedrig. Ohne eine gewisse Steuerung passiert hier nach unserer Erfahrung allerdings wenig bis gar nichts.

Bei der Teamführung geht es um die Aufrechterhaltung von Bindung. “Beziehungen, die nicht gepflegt werden, haben die Tendenz, von Natur aus schlechter zu werden”, sagte einmal ein berühmter deutscher Paartherapeut. Wir beobachten das Gleiche auch in Bezug auf die Beziehungen und den Zusammenhalt in ganz normalen Arbeitsteams. Durch das fehlende Korrektiv der Präsenz schleichen sich nach und nach kleine Probleme, Missverständnisse u. ä. ein, die nicht sofort geklärt werden können durch Zuruf, Begegnung, Kaffeeecken-Talk, usw… Die Folge: graduelle Verschlechterung des Team-Klimas. Digitale Teamhygiene ist das Gebot der Stunde. Neben der bereits beschriebenen Bedeutung der horizontalen Kommunikation, unterstreicht dies die Notwendigkeit kleiner Elemente der Begegnung auf einer anderen als eben nur der fachlich/sachlich/operativen Ebene.

Der Aufbau neuer Teams ist bei Weitem die schwierigste Teamaufgabe, wenn sie remote stattfinden soll. Hier geht es natürlich ebenfalls um das Herstellen von vertikaler, wie auch horizontaler Bindung.

Wenn es irgendwie möglich ist, sollten solche Events physisch stattfinden. Nichts ersetzt die prägende Kraft einer physischen Begegnung. Kein neues Team kommt ohne “Forming” (der ersten der 4 Phasen von Teamentwicklung: (a) Forming, (b) Storming, (c) Norming und (d) Performing) aus. Was immer die Aufgabe dieses Teams sein wird, das Forming muss auf beiden Ebenen des Eisbergs gestaltet werden:

  • Rational: Mission, Ziele, Aufgaben, Rollen, Agenda, Timing, …
  • Emotional: Beziehungen, Vertrauen, Offenheit, Feedbackkultur, Zusammenarbeit, Spielregeln, …

Wenn es also nur Remote geht, so gilt für den Forming-Prozess: nichts dem Zufall überlassen, der Veranstaltung eine klare Struktur geben, alle einbinden, Raum geben für Kennenlernen und andere emotionale Themen, Aufgaben und Assignments in dieser digitalen Veranstaltung klar formulieren u.v.a.m.

 Im Teil 6, unserem letzten Block, geht es dann um organisatorische und technische Erfolgsfaktoren von Remote Leadership

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